Wildes Erbe
Die Jagd zog in den Bann
Der Erlebnisnachmittag der Freunde der Burg Lüdinghausen erwies sich als voller Erfolg: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher – darunter viele Familien mit Kindern und Jugendlichen – ließen sich das abwechslungsreiche Programm rund um das Thema „Jagd im Münsterland einst und jetzt“ nicht entgehen.
Schon beim Betreten des stimmungsvoll gestalteten Burginnenhofs wurde deutlich, warum die Veranstaltung so großen Zuspruch fand. Blumengeschmückte Tische, ein Getränke- und Verpflegungsangebot, die „Rollende Waldschule“ des Kreises Coesfeld sowie zahlreiche natur- und jagdbezogenen Informationsstände luden dazu ein, die Welt der Natur mit allen Sinnen zu entdecken.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Burgfreunde, Hans Witt, eröffneten die Jagdhornbläser den Nachmittag mit traditionellen Totsignalen. Diese besonderen Hornsignale dienen Jägerinnen und Jägern bis heute zur Verständigung darüber, welches Wild erlegt wurde – ein eindrucksvoller Einblick in altes Brauchtum.
Großes Interesse galt auch der Ausstellung des Künstlers Bernd Pöppelmann im Alrott-Zimmer der Burg Lüdinghausen. Der Besucherstrom riss während des gesamten Nachmittags nicht ab.
Besonders faszinierend für viele Gäste war die Präsentation der Greifvögel. Erfahrene Falkner erklärten die Aufgaben und Fähigkeiten der majestätischen Tiere. Dabei wurde deutlich: Erfolgreiche Falknerei verlangt umfangreiches Tierkenntnis, Geduld, biologisches Wissen, Jagderfahrung und tägliches Training – eine anspruchsvolle und zugleich beeindruckende Verbindung von Mensch und Tier.
Nicht weniger spannend verlief die Vorstellung der Jagdhunde. Die Besucher erfuhren, wie vielseitig die Tiere je nach Einsatzgebiet ausgebildet werden – von Vorsteh- und Stöberhunden über Schweiß- und Laufhunde bis hin zu Erd- und Apportierhunden.
Große Aufmerksamkeit erhielt zudem die Kitzrettung mithilfe von Drohnen. Eindrucksvoll wurde erklärt, wie Landwirte, Jagdpächter, Drohnenpiloten, Jäger sowie freiwillige Helfer gemeinsam daran arbeiten, junge Rehkitze vor dem Mähen rechtzeitig aufzuspüren und zu retten. Dieses Zusammenspiel moderner
Technik und engagiertem Naturschutz beeindruckte viele Besucher nachhaltig.
Im Kapitelsaal konnten Interessierte außerdem die historische Entwicklung der Jagd von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart anhand projizierter Bilder und informativer Texte nachvollziehen – ein Angebot, das während der gesamten Veranstaltung rege genutzt wurde.
Den stimmungsvollen Abschluss gestalteten erneut die Jagdhornbläser mit den traditionellen Signalen „Jagd vorbei“ und „Halali“. Damit endete ein lehrreicher, geselliger und naturverbundener Nachmittag, der den Gästen lange in Erinnerung bleiben dürfte – und mit dem die Freunde der Burg Lüdinghausen mehr als zufrieden sein können.
